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TERMINE Hau ab du Angst! Theatergruppe

 

In einem Wechselspiel aus heiteren und ernsten Szenen

nähert sich das Stück zunächst sehr behutsam seinem Thema. So taucht Missbrauch über das gesamte erste Drittel nur von weiter Ferne auf:

Der weitgereiste Musikant berichtet in seiner "Nachrichtenshow" über besagten "Grabbelfinger", der aber nach der Manier traditioneller "Aufklärung" in weiter Ferne "irgendwo im tiefen Wald" sein Unwesen treibt.

Das Motiv 'Grabbelfinger' taucht zum ersten Mal in Walthers Nachrichtenshow auf

Stattdessen gehört das erste Drittel den Figuren und ihren Orten, deren Exposition jeweils ein Song und eine gemeinsame Szene mit Lotte gewidmet ist:

In der das Stück eröffnenden Begegnung mit Walther von der Vogelkacke lässt Lotte keine Gelegenheit aus, um den tapsigen Musikanten zu necken. Sie ist selbstbewusst, schlagfertig und aufgeweckt, wohingegen der Musikant, der in erster Linie gut essen und ansonsten seine Ruhe will, dadurch die Herzen der Kinder erobert, dass ihm nichts so gelingen will, wie er es sich vorstellt: ein dummer August eben, der sich für einen großen Künstler hält.

Der Onkel, Ritter Doppelherz, führt sich in gesetzten Bewegungen und ausgewählter Sprache als eleganter, ordnungsbewusster, mal strenger, mal herzlicher Herr des Hauses ein. Die Beziehung zwischen ihm und Lotte ist von großer Zuneigung und Vertrautheit, und von mindestens ebenso großer, wechselseitiger Wiedersehensfreude geprägt.

Lotte und Onkel tanzen ihr Wiedersehens-Menuett

Schauplatz der dritten Szene ist der Schlossgarten. Hierhin wird Lotte von Doppelherz geschickt, weil der noch "unter vier Augen" mit Walther zu reden hat. Eh sie jedoch dort eintrifft, hat das Publikum Gelegenheit, mit einer merkwürdigen Gestalt Bekanntschaft zu machen:

Mit Madame Frosch, die im Schlossbrunnen haust und von einem besseren Leben als Prinzessin träumt. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und macht sich über den Status Quo wenig Illusionen. Wenn aber jemand käme, und ihr einen Kuss geben würde, dann, ja dann...

Lotte und Madame Frosch beäugen sich ...

Als aber tatsächlich jemand kommt, Lotte nämlich, da sucht die Fröschin lieber Schutz in ihrem Brunnen, und statt eines Kusses auf ihr leuchtend grünes Froschmaul bekommt sie einen Kiesel auf den Kopf. Kein günstiger Auftakt, aber wie viele Freundschaften haben nicht mit einer kräftigen Reiberei begonnen... Und tatsächlich, nachdem die beiden sich ausreichend misstrauisch beäugt haben, schließen sie endlich Freundschaft. Dann muss Lotte rein, es ist schon spät.

Jetzt erst kommt die erste Nachtszene.
 
relevante Aspekte
einer von Missbrauch geprägten Beziehung
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