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Gute und schlechte Geheimnisse

Der Onkel will nicht, dass Lotte anderen von ihrem nächtlichen "bösen Traum" erzählt. Das zweite Geheimnis. Lotte ist froh, als sie endlich raus kann: In den Schlossgarten.

(Die Fröschin gähnt und hält auf dem Brunnenrand Morgentoilette. Lotte kommt hinzu. Nichts erinnert an das fröhliche, unbeschwerte Mädchen, das sie bei der ersten Begegnung mit der Fröschin war.)


    Na! ...

    Hallo Lotte. Wie geht`s?

    Nicht so gut. Hab Bauchschmerzen.

    Zu viel gefrühstückt, was?

    Gar nichts hab ich gefrühstückt. Ich bin traurig.

    Wieso?

    Sag ich nicht.

    Na, davon wird`s aber auch nicht besser.

    Das darf ich vielleicht gar nicht erzählen - das ist ein Geheimnis.

    Erzähl's doch trotzdem!

    Spinnst du? Dann kann ich meinem Onkel wohl auch erzählen, dass du hier im Brunnen wohnst!

    Das ist doch etwas ganz anderes.

    Wieso?

    Kriegst du davon etwa Bauch-schmerzen?

    Nö.

    Na siehst du.

    Was sehe ich?

    Na, es gibt gute und schlechte Geheimnisse. Die guten kannst du für dich behalten, aber die schlechten, die dich traurig machen und von denen du Bauch-schmerzen kriegst, die kannst du ruhig weitererzählen - wenn du willst.

    Ach, Geheimnisse find ich doof.

(Die Fröschin macht "phü" und verschwindet im Brunnen. Darauf wendet sich Lotte zum Publikum und fragt halb zu sich selber:)

    Stimmt das denn? Geheimnisse, die mich traurig machen, kann ich ruhig weitererzählen?

Die Kinder antworten in aller Regel mit einem empörten "Nein!". Ehrensache: Ein Geheimnis ist ein Geheimnis. Dass es manchmal wirklich besser sein kann, ein bedrückendes Geheimnis nicht für sich zu behalten, das muss erst noch bewiesen werden. Und diesen Beweis anzutreten ist eine der Hauptfunktionen von Hau ab du Angst!

Es gibt gute und schlechte Geheimnisse ...

(Unterdes taucht die Fröschin mit einem Korb voller Frühstücksutensilien wieder auf, die sie auf der Bühne zu einem ansehnlichen Picknick ausbreitet.)

    Jetzt erzähl doch mal, was ist denn los?

(Wie erleichternd wäre es, wenn Lotte der Fröschin einfach ihr Herz ausschütten könnte. Aber sie hat ihr Ehrenwort gegeben.)

    Hmm... was würdest du denn machen, wenn nachts ein... ein Gespenst an dein Bett kommt?

Wenn man etwas sagen will, was man nicht sagen darf, dann gibt es unendlich viele Möglichkeiten das anders auszudrücken. Betroffene Kinder senden ihre verschlüsselten Botschaften auf die unglaublichsten Arten und Weisen. Die Schwierigkeit besteht vielmehr darin, jemanden zu finden, der die Phantasie aufbringt und sich die Mühe macht, einmal nachzufragen. Wie schnell ist man doch bei der Hand mit einer gescheiten Erklärung bezüglich des Umstandes etwa, dass es Gespenster gar nicht gibt, wie man weiß...

 

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